Lerne, übe, kontrolliere! Seit 50 Jahren spielen Kinder mit LÜK

LÜK wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Ein roter Kasten, vierfarbige Aufgabenplättchen und Übungshefte – so ist das Lernspiel vielen Eltern und Kindern bekannt. Als es entstand, war es eines der ersten Lernsysteme mit eingebauter Selbstkontrolle. Das Prinzip ist bis heute unverändert.
Mittlerweile gibt es LÜK in 35 Ländern und 18 Sprachen.

Der geistige Vater von LÜK ist der Wilhemshavener Verleger Heinz Vogel. Aus einer ersten Idee entwickelte er im Jahr 1967 das LÜK-Lernkonzept: Kinder lösen eine Aufgabe aus einem Übungsheft, indem sie Aufgabenplättchen auf die passenden Lösungsfelder im Kontrollkasten legen. Am Ende schließen sie den Kasten, drehen ihn um und öffnen ihn wieder. Bei korrekter Lösung ist ein symmetrisches Muster zu sehen. Die Kinder erkennen sofort, ob das Muster einen Fehler erhält und können sich selbst korrigieren.
Schon bei der ersten Präsentation auf der Didacta im Jahr 1968 kam LÜK ausgesprochen gut an, in diesem Jahr verkaufte die Heinz Vogel Lehrmittelhandlung 15.000 Kontrollgeräte und 37.000 Übungshefte. Damals hieß die Neuheit LÜKO, das stand für lerne – übe – kontrolliere – ordne. LÜKO ermögliche Kindern, so hieß es damals in einer Anzeige „konzentriertes und lustbetontes Lernen“. Die ersten Hefte enthielten Mathematikaufgaben für Grund- und Hauptschulkinder.

Ein Jahr später fiel das „O“ aus LÜKO weg. LÜK steigerte seinen Umsatz um 58 Prozent – und der Siegeszug setze sich zeitgleich im Ausland fort. In Schweden, Holland, Norwegen, Belgien, der Schweiz, Österreich, Italien, Finnland, Dänemark, aber auch in Kanada und Australien spielten Kinder mit LÜK. Später kamen auch Japan und Südkorea als lizenznehmende Länder dazu. Namen hat LÜK inzwischen viele, zum Beispiel LYCK (in Schweden), ARCO (in Venezuela) oder YUP in der Türkei.

Bereits 1968 hatte Heinz Vogel seine Firma an die Westermann Gruppe verkauft, die die LÜK-Produkte bis heute führt. Der große Erfolg und das wachsende Interesse an frühkindlicher Bildung führte dazu, dass drei Systeme mit unterschiedlicher Plättchenzahl für verschiedene Altersgruppen entwickelt wurden: bambinoLÜK für 2-4-Jährige, miniLÜK für Vor- und Grundschulkinder und LÜK für Grundschul- und Sekundarstufenschüler. Die Themen reichen von Wahrnehmungsschulung und Verkehrserziehung über Deutsch und Deutsch als Zweitsprache bis hin zu Englisch, Sachunterricht und Mathematik. Mehr als 600 Übungshefte sind derzeit lieferbar. Das Programm wird von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen betreut und ist immer auf dem aktuellen Stand der Lernforschung. Das erfolgreichste LÜK-Heft handelt übrigens von der Zeit: „Wie spät ist es? Die Uhr im Tageslauf“ heißt es und richtet sich an Kinder von fünf Jahren an.

Der rote Kasten aus der Anfangszeit kann noch heute verwendet werden – das LÜK-Prinzip ist unverändert geblieben. Doch es geht auch ohne ihn: 1997 wurden erste LÜK-Einheiten auf CD-ROM angeboten, 2011 entstanden die ersten LÜK-Apps. Mehr als 100 LÜK-Apps gibt es heute, darunter auch eine App zum Englischlernen für Erwachsene.

Zum Jubiläum hat die Westermann Gruppe ein miniLÜK-Set mit drei Übungsheften und Kontrollgerät im Retrodesign aufgelegt. Ebenfalls neu sind die Matheübungen mit der Buch-Heldin Lotta („Mein Lotta-Leben: Addition, Subtraktion und andere Tiere“) für die 2. Klasse und drei neue Übungshefte zu dem renommierten Grundschul-Mathematiklehrwerk „Welt der Zahl“.

Das Jubiläum wird das ganze Jahr 2017 über mit unterschiedlichen Aktionen für Händler, Eltern, Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen, Fachkräfte in den Kindergärten, mit Workshops und Sonderaktionen gefeiert.